Xiamen, 厦门
Ich komme nicht ganz hinterher mit meinen Erlebnissen, aber hier mal ein kleiner Zwischenbericht ueber meine derzeitige Station: Xiamen. Ich wohne hier seit Mittwoch bei Jeff und seiner Familie: Frau, 3 suesse Kinder im Alter von 3, 6 und 9 und der Ayi/Nanny/Haushaltshilfe und Kindermaedchen in einem. Jeff ist ein interessanter Mensch, er ist in Taiwan geboren, seine Eltern sind 1949 vor der Gruendung der Volksrepublik China nach Taiwan emigriert, aber er hat mehr als 20 Jahre (und mehr als die Haelfte) seines Lebens in den USA gelebt. Seit 9 Monaten nun lebt er mit seinen Kindern in Festland-China. Er hat ein paar interessante Ansichten und eine seltsame Affinitaet zur deutschen Kultur der dreissiger und vierziger Jahre. Heute hat er mir im Auto militaerische Marschlieder aus dem dritten Reich vorgespielt. Er hat eine Abneigung gegen Taiwanesen, insbesondere maennliche, sie sind primitiv, egoistisch, geizig und haben Minderwertigkeitskomplexe. Festland-Chinesen kommen auch nicht viel besser weg. Er hat mir einen neuen Weg vorgeschlagen, mit den kulturellen Eigenheiten umzugehen. Anstatt sich darueber zu aergern, dass irgendwelche Sachen nicht funktionieren, weil es die Chinesen nicht so genau nehmen, muss man versuche, daraus Profit zu schlagen. Ich weiss nicht, ob man das wirklich in jeder Situation tun kann, er hat mir auch kein konkretes Beispiel gegeben. Ich kann mich nur an die Erzaehlungen Tanias, der deutschen Architektin in Shanghai erinnern. Sie entwirft Gebaeude und muss mit chinesischen Ingenieurbueros und chinesischen Kunden zusammen arbeiten, die dafuer sorgen, dass der Entwurf praktisch jeden Tag ueber den Haufen geworfen werden kann und ein neuer her muss, weil man es sich anders ueberlegt hat oder eine Sache nicht bedacht hatte.
Achja, ich wollte ueber Xiamen berichten. Ich habe gar nicht so viel gemacht, ein paar alte Orte angeschaut, die ich bei meinem ersten Aufenthalt im Winter 2003 besucht hatte. Und ich war im chinesischen Meer baden, aber das Wasser war so grau und undurchsichtig, dass ich mich nicht weit hinaus getraut habe. Ansonsten habe ich mich ausgeruht und ein bisschen fuer meine akademische Zukunft recherchiert.
Achja, ich wollte ueber Xiamen berichten. Ich habe gar nicht so viel gemacht, ein paar alte Orte angeschaut, die ich bei meinem ersten Aufenthalt im Winter 2003 besucht hatte. Und ich war im chinesischen Meer baden, aber das Wasser war so grau und undurchsichtig, dass ich mich nicht weit hinaus getraut habe. Ansonsten habe ich mich ausgeruht und ein bisschen fuer meine akademische Zukunft recherchiert.
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